Goethe Garten, Blütenmorphologie und Pädagogik

|   Heilpflanzen, Präparateforschung

João Felipe Ginefra Toni

Johann Wolfgang von Goethe kam 1775 nach Weimar. Nachdem er sein neues Domizil vor den Toren der Stadt in der Ilm-Aue bezogen hatte, widmete er sich mit wachsender Intensität der Gartengestaltung und der Botanik.

Mit dem Umzug in ein repräsentatives Wohnhaus am Weimarer Frauenplan gelangte einige Jahre später ein weiteres Gartengrundstück in Goethes Besitz. Beide Gärten lieferten Anschauungsmaterial für seine botanischen Forschungen an lebenden Pflanzen.

Ziel des Promotionsprojekts ist es, Goethes dynamische Anschauung der Vielfalt der Pflanzen im Zusammenhang mit der Didaktik der Botanik und der Umwelterziehung neu zu untersuchen. Neben der Untersuchung der Nutzung von Geschichte und Philosophie der Wissenschaft im naturwissenschaftlichen Unterricht wird im Rahmen des Projekts, ein Goethescher Garten als didaktische Umsetzung zum Thema «Metamorphose der Pflanzen» erstellt und implementiert. Schüler der Oberstufe werden, sowohl mit dem anschauenden Denken als auch durch Handarbeiten, Themen wie Goetheanistische Blütenmorphologie und Ökologie, Evolution der Pflanzenentwicklung (Evo-Devo), Systematik der Blütenpflanzen und botanische Illustration erlernen können. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Erfahrungen im schulgemeinschaftlichen Umgang mit der Wissenschaft allgemein und insbesondere mit Goethes morphologischem Ansatz zu generieren.

Die ersten Ergebnisse dieses Ansatzes der Goetheanistischen Blütenmorphologie in der Universitäts- und –Hochschulbildung in Südamerika wurden kürzlich im Band 16 der botanischen Zeitschrift Chagual veröffentlicht.

Goethes Garten am Frauenplan
Brassica flower
Schüler im Goethe Garten an der Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland, Wetzikon
Zurück