Vesna Forštnerič Lesjak
Dieses umfassende Projekt begann im Juli 2024. Fünf Artemisia-Arten (A. annua, A. absinthium, A. abrotanum, A. vulgaris und A. verlotiorum) wurden im Blattbereich mit der Steigbildmethode im Jahreslauf bereits zweimal eingehend beobachtet (2024 und 2025). Es wurde mit 25 %- und 50 %-igen Konzentrationen des frischen Extraktes sowie in mindestens drei Parallelen unter bestimmten Laborbedingungen nach der Wala-Methode gearbeitet. Dabei entstanden wichtige Einsichten in die qualitative Entwicklung dieser Arten. Parallel dazu wurden 2025 zusätzliche Versuche mit normierter Trockenmasse der frischen Extrakte durchgeführt, um diesen Faktor für die Unterschiede zwischen den Steigbildern im Jahreslauf auszuschliessen. Die Versuche werden von intensiven Gesprächen des wissenschaftlichen Beirates (Prof. Dr. Stephan Baumgartner, Dr. Claudia Scherr, Dr. Paul Doesburg, Ruth Mandera und Greta Guglielmetti) begleitet.
Im Mai 2025 wurde das Jahrestreffen des Arbeitskreises für bildschaffende Methoden in Dornach durchgeführt. Dieses Projekt wurde dort zum ersten Mal dargestellt und breiter diskutiert. Im Rahmen dieses Projektes wurden auch im Sommer 2024 Proben aus Artemisia annua L. für einen Ringversuch vorbereitet und an verschiedene Labore, Institute und Personen verteilt. Beim Treffen im Mai 2025 wurden Ergebnisse aus unterschiedlichen Laboren mit verschiedenen bildschaffenden Methoden evaluiert und ausgetauscht. Ein ganzes Heft der «Elemente der Naturwissenschaft» wird im Jahr 2026 als Ergebnis dieses Treffens mit verschiedenen Artikeln den bildschaffenden Methoden gewidmet sein.
Auch die ersten pharmazeutischen Proben (hydroethanolische Mazerate, Digestive, Dekokte) wurden aus Artemisia annua L. (Einjähriger Beifuss) und Artemisia absinthium L. (Wermut) sowohl in der vegetativen als auch in der generativen Phase nach den Ph.Eur.-Vorschriften im Jahr 2025 hergestellt (insgesamt 12 Proben).
Wie verändern sich die ursprünglichen Qualitäten der frischen Pflanzen im Jahreslauf durch pharmazeutische Wärme-Prozesse im Flüssigen, die auch in der anthroposophischen Pharmazie benutzt werden? Die Blätter dieser Artemisia-Arten werden in allen Fällen aus der frischen Ausgangssubstanz verarbeitet – mit gleicher Ethanol-Konzentration und im gleichen Verhältnis Substanz : Lösungsmittel; variiert werden lediglich Temperatur und Prozess. Die daraus gewonnenen Auszüge werden mithilfe der Steigbildmethode qualitativ ausgewertet und zusätzlich werden Substanzanalysen durchgeführt. Prof. Dr. Potterat von der Universität Basel (Abteilung Pharmazeutische Biologie der Fakultät für Pharmazie) hat die ersten Proben bereits mithilfe der HPLC-UV-MS-Methode analysiert.
Die HPLC-UV-Chromatogramme zeigten vor allem die Polyphenole, insbesondere Flavonoide und Kaffeesäurederivate. Die ersten Ergebnisse sind sehr differenziert und zeigen zwischen den drei pharmazeutischen Prozessen sowohl Ähnlichkeiten als auch kleinere Unterschiede im Substanzprofil. Deutlich sind auch Veränderungen im Substanzprofil von der vegetativen zur generativen Phase. Als Nächstes werden noch MS- und CAD-(Charged Aerosol Detector)-Chromatogramme erstellt und ausgewertet. Diese sollen weitere Substanzen sichtbar machen.
Im nächsten Jahr folgt die Vorbereitung der weiteren 12 Proben aus den beiden anderen Artemisia-Arten: A. vulgaris L. (Gewöhnlicher Beifuss) und A. abrotanum L. (Eberraute).
Für die Auswertung der Steigbilder wurde in diesem Jahr ein professionelles Computer-Programm installiert, welches die Farben in den Steigbildern kalibriert und standardisiert. Wir versuchen nun, Kriterien für eine intersubjektive Auswertung der Steigbilder schrittweise zu definieren und die Ergebnisse in Spiderplots darzustellen, um eine Publikation in wissenschaftlichen Zeitschriften zu ermöglichen.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Software AG Stiftung, Stiftung für integrative Medizin und Pharmazie, Hauschka-Stiftung und AGiD für die bisherige Unterstützung dieser Forschung.
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