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Der Mensch ist ein Wunder. Nicht nur mit seinem physischen Leib, sondern auch mit seiner ätherischen und seelisch-geistigen Organisation kann er sich der Natur vielschichtig und umfassend nähern. Damit sind ihm Ebenen der Erkenntnis zugänglich, die für die künstliche Intelligenz verschlossen bleiben.
Schon in den Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften wurde von Rudolf Steiner beschrieben, dass der Mensch aus einem inneren Seelenbedürfnis den Drang hat, die Welt zu erforschen. Seit der Neuzeit gab es jedoch die Tendenz, die Forschung von der Sinneswahrnehmung des Menschen abzulösen; gleichzeitig wurde auch das Denken immer abstrakter. Forschende suchten den «objektiven» Blick von aussen und das seelische Erleben wurde mehr und mehr ausgeklammert. Die Naturwissenschaft hat uns dadurch gewaltige Fortschritte und Techniken geschenkt. Der Erkenntnisfortschritt hat Distanz zu den Zwängen der Natur geschaffen – aber sind wir nicht Teil der Natur und haben dadurch auch die Nähe zu uns selber verloren? Gibt es eine Technik, die uns mit dem Sinn des Lebens verbindet? Die goetheanistisch-anthroposophische Forschungsmethode schlägt als ersten Schritt dazu vor, sich bewusst der eigenen Sinnesorganisation zuzuwenden.
Das Kind entwickelt mit Lebenssinn, Gleichgewichtssinn, Eigenbewegungssinn und Tastsinn zunächst ein Verhältnis zu seinem eigenen Leib. Mit dem Frei-werden der Hände beginnt es, die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen – Wärmesinn, Sehen, Riechen und Schmecken eröffnen eine vielgestaltige Welt von Empfindungen und Gefühlen. Und schliesslich lernt es den Hör-, Laut-, Begriffs- und Ich-Sinn zu betätigen – als Ausgangspunkt für die Gedankenwelt. Mit der Entwicklung des Selbstbewusstseins taucht gleichzeitig Weltbewusstsein auf.
Was das Kind unbewusst entwickelt, sah Goethe als Vorbild für den Wissenschaftler, der die Sinne achten und bewusst einsetzen muss. Wie können wir darüber hinaus neue Sinne entwickeln, die wie Goethes «anschauende Urteilskraft» über das intellektuelle Denken hinausgehen?
Wenn wir das Wachstum einer Pflanze in der Zeit verfolgen, beteiligen wir uns innerlich an ihrer gesetzmässigen Dynamik. Indem wir unser Denken so am Bildhaften der Natur schulen, können wir aus vielen Beobachtungen ein inneres Kräftebild der lebendigen Pflanze nachschaffen. Ist mit dem «imaginativen Bewusstsein» dieser lebendige Prozess gemeint, durch den der Mensch die pflanzliche Lebendigkeit in seiner ätherischen Organisation erlebt? Können wir durch diese geistige Aktivität in unserer Seele die Innenseite der Natur erfahren? Wenn die Sinne in Leib, Seele und Geist ihre Wirksamkeit entfalten dürfen, sind wir Teil der Welt und sie wird nicht nur in ihrem Gewordensein, sondern auch in ihrem Werden in unserem Bewusstsein lebendig.
Sehr herzlich laden wir Sie ein, an unserer diesjährigen Herbsttagung vom 8. bis zum 11. Oktober 2026 über diese Fragen ins Gespräch zu kommen und mit Ihren Gesichtspunkten, Arbeiten und Forschungspräsentationen aktiv beizutragen!
Vesna Forštnerič Lesjak, Matthias Rang
& das Team der Naturwissenschaftlichen Sektion
Verpflegung:
Die Mittag- und Abendessen sind nicht beinhaltet.
Zum Mittagessen können Sie sich etwas Kleines in der Wandelhalle oder im Vital Laden besorgen (auf eigene Kosten).
Für die Abendessen bringen Sie sich am besten etwas mit, da weder Wandelhalle, Speisehaus noch der Vital Laden zu dieser Zeit geöffnet sind.
Bitte beachten Sie, dass das Speisehaus während der ganzen Zeit geschlossen ist.
Tagungskarte:
(ohne Mittag- oder Abendessen)
Normalpreis: CHF 280.00
ermässigter Preis: CHF 160.00
Einzelvorträge:
Normalpreis: CHF 24.00
ermässigter Preis: CHF 16.00
Online-Tickets hier:
tickets.goetheanum.ch/6HN
Die Vorträge werden in Deutsch (DE) und Englisch (EN) angeboten.

Forscher und Dozent am The Nature Institute in Ghent, New York. Nach achtjähriger Lehrtätigkeit in Umweltphilosophie, Wissenschaftsphilosophie, interdisziplinären Geisteswissenschaften und Nature Writing am Providence College heute Doktorand im Programm MESH (Multidisciplinary Environmental Studies in the Humanities) an der Universität zu Köln, Deutschland. Aktuelle Forschung zur Entwicklung einer phänomenologischen Ökologie mit besonderem Fokus auf Pflanzen und Insekten. Herausgeber der institutseigenen Publikation In Context sowie Mitproduzent des Podcasts In Dialogue with Nature. Kürzlich Mitherausgeber einer Neuübersetzung von Andreas Suchantkes Buch Insect Forms and Patterns: Exploring the Language of Nature (2025).
Der Philologe und Anthroposoph des 20. Jahrhunderts Owen Barfield erforschte das Phänomen der Sprache nicht nur als einen Weg zum Verständnis der gegenwärtigen alltäglichen menschlichen Erfahrung, sondern auch als einen Pfad zur Kultivierung eines lebendigen imaginativen Bewusstseins, das er «final participation» («abschliessende Teilhabe») nannte. Der Vortrag untersucht Barfields sprachbezogene Phänomenologie des Menschen im Zusammenhang mit meiner eigenen ethologischen Forschung an Insekten sowie meiner morphologischen Forschung an Pflanzen. Dabei sollen erste Schritte zu einer phänomenologischen Ökologie aufgezeigt werden, die weit genug gefasst ist, um auch das partizipative Bewusstsein des Menschen einzuschliessen.

Johannes Kühl: Geboren 1953 in Hamburg. Nach dem Besuch der Waldorfschule und Zivildienst in der Landwirtschaft Studium der Physik, Mathematik und Chemie in Hamburg und Göttingen. Diplomarbeit am Max Planck-Institut für Strömungsforschung bei Ernst-August Müller. Anschliessend wissenschaftliche Mitarbeit an der naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum in Dornach, Schweiz. Von 1982 bis 1996 Oberstufenlehrer an der Waldorfschule Stuttgart Uhlandshöhe. Seit 1982 Mitglied im Kollegium der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, seit 1996 Leiter dieser Sektion. Arbeiten über Strömungsphysik, Mechanik des menschlichen Bewegungsorganismus, über goetheanistische Optik und Farbenlehre sowie zur Physikdidaktik.

Johannes Wirz: Geboren 1955 in Thun. Nach einer Promotion in molekularer Genetik (1987) wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, in den letzten Jahren zusammen mit Matthias Rang als Co-Leiter. Aktuelle Projekte zur Stärkung der Gesundheit der Honigbienen und der Varroatoleranz. Seminare und Kurse über goetheanistische Natur- wissenschaft, Anthroposophie, wesensgemässe Bienen- haltung, aktuelle Entwicklungen in der Biologie.
In seinem Buch «Saving the Appearances» beschreibt Owen Barfield, wie sehr die menschliche Beziehung zur Welt unsere Wahrnehmung der Phänomene prägt. Die Entwicklung des Bewusstseins hat die Art und Weise, wie der Mensch die Welt um sich herum wahrnimmt, stark verändert. Man kann sich fragen, ob die Welt in früheren Zeiten tatsächlich so war, wie wir sie uns heute vorstellen. Der Verlust der inneren Teilhabe im Zuge der wissenschaftlichen Revolution in der Aufklärung hat das «Zuschauerbewusstsein» hervorgebracht, das wir heute erleben. Was wird es brauchen, um dies zu überwinden und zu einer neuen Form der Teilhabe zu gelangen?

Geboren 1973 in Freiburg im Breisgau. Studium der Physik und Didaktik der Physik in Freiburg und Berlin. Forschungsaufenthalt im Bereich der Nahfeldspektroskopie an der University of Washington in Seattle (USA). 2015 Promotion bei Johannes Grebe-Ellis, Bergische Universität Wuppertal, über phänomenologische Zugänge zu komplementären Spektren. Seit 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum tätig. Forschungsfragen der letzten Jahre waren u.a. die experimentelle Verbindung der Farbenlehre Goethes mit der heutigen Optik und die Fluoreszenz-Anregungsspektroskopie. Seit 2020 Co-Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion.
Unser Vertrauen ist zu jedem Sinn unterschiedlich ausgeprägt; so vertrauen wir einigen Sinnen, wie dem Tastsinn, nahezu unbedingt. Bei anderen Sinnen tendieren wir dazu, aufgrund unserer gegenwärtigen menschlichen Konstitution, Wahrnehmungen als Täuschungen zu diskreditieren. Dies hat in der Vergangenheit zur Definition der primären und sekundären Sinnesqualitäten geführt, die bis heute ein gesundes Vertrauensverhältnis zur Welt verhindert. Durch goetheanistische Betrachtungen versucht der Beitrag, die Ordnung, die Rudolf Steiner mit den 12 Sinnen einführte, aus der Erfahrung empirisch zu begründen.

Geboren 1972 in Barcelona (Spanien). Studium der Chemie sowie Promotion in Chemischen Wissenschaften an der Autonomen Universität Barcelona (UAB) in den Jahren 1995 und 2000. Von 2001 bis 2003 Postdoktorandin mit einem Stipendium der Fulbright Foundation an der University of Minnesota. Anschliessend Tätigkeit als Wissenschaftlerin am Institut für Biotechnologie und Biomedizin (IBB, UAB) bis 2007, seither Professorin an der Autonomen Universität Barcelona. Forschungsschwerpunkt ist der Aktivierungs- mechanismus von Prozessen der Entzündungsauflösung durch Membranproteinrezeptoren. Parallel dazu Mitwirkung am Aufbau des naturwissenschaftlichen Curriculums an der Waldorf-Steiner-Schule in Bellaterra seit dem Schuljahr 2016/17. Verantwortlich für die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Fachbereich Chemie der UAB. Unterrichtstätigkeit in Chemie und Biologie in den Klassen 8 bis 12 sowie Koordination der naturwissenschaftlichen Fächer an der Schule.
In diesem Vortrag werde ich darstellen, wie die phänomenologische Beobachtung chemischer Phänomene im Schullabor sowie das Erkennen, diese auch im eigenen Menschsein wiederzufinden, es den SchülerInnen ermöglicht, ein eigenes, verankertes und sinnvolles Denken über stoffliche Prozesse zu entwickeln. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die SchülerInnen die Phänomene beobachten und bewundern können, begleiten sie dabei, ihren unverstellten Blick zu bewahren, und lassen sie die Eindrücke und Empfindungen erleben, aus denen ihre Fragen hervorgehen.

Studium der Chemie. Mitarbeit am Carl Gustav Carus-Institut mit goetheanistischen Arbeiten zu Lipiden und Cholesterin. Tätigkeit in der Lehrerausbildung in Lima (Peru). Lehrer und Geschäftsführer an Waldorfschulen in Deutschland. Wissenschaftliche Arbeiten zu den zwölf Sinnen. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind der naturwissenschaftliche Impuls Rudolf Steiners sowie die Phänomenologie der Metalle im Allgemeinen und der Seltenen Erden im Besonderen. Mitarbeit in den Organisationsteams der Arbeitsgemeinschaft der Naturwissenschaftler in der Anthroposophischen Gesellschaft sowie der Arbeitsgruppe Chemie in der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum.
Zentrales Motiv der naturwissenschaftlichen Kurse Rudolf Steiners ist der Mensch als Bezugspunkt für eine fruchtbare Naturerkenntnis. Deshalb schaut er darauf, wie der Mensch in zweifacher Weise, durch seine Sinne und durch seinen Leib, in die Welt eingebunden ist. Die Wärme bildet eine Brücke, denn sie erfahren wir durch den Wärmesinn und zugleich in unserem Leib wirksam. Im sogenannten Wärmekurs schildert Steiner einen Weg, in dem Mensch und Natur zu einer Erkenntniseinheit geführt werden. Im Vortrag soll dieses Bild nachgezeichnet und mit Erfahrungen aus der eigenen Forschung verknüpft werden.

Geboren 1966 in Hamburg. Studium der Chemie mit Nebenfach Philosophie sowie Studium der Anthroposophie am Friedrich von Hardenberg Institut für Kultur- wissenschaften in Heidelberg. Einige Jahre Tätigkeit für die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland, anschliessend wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungs- institut am Goetheanum in Dornach (Schweiz). Seit 2006 Mitarbeiter der WALA Heilmittel GmbH im Bereich Grundlagenforschung. Arbeitsschwerpunkte sind anor- ganische Ausgangsstoffe für Arzneimittel, anthroposophisch-pharmazeutische Prozesse sowie anthroposophisch-goetheanistische Chemie.
Anorganische wie pflanzliche Substanzen lassen sich unter dem Blickwinkel der Dreigliederung des menschlichen Leibes gemäss den Tria principia charakterisieren. Was trifft jedoch z.B. auf Asche zu? Ist sie salinisch, merkuriell oder sulfurisch? Selbst prozessuale anstelle gegenständlicher Charakterisierungen führen hier leicht zu Widersprüchen. Gibt es neben kategorialen Zuordnungen konkret beschreibende Betrachtungsweisen, um die physischen und ätherischen Kräfte aufzusuchen, die in den Stoffen und ihren Umwandlungen wirken?

Studium im Bereich Ingenieurwissenschaften sowie Tätigkeit in der Teilchenphysik. Anschliessend landwirtschaftliche Arbeit in einer Camphill-Gemeinschaft und Ausbildung in Kunsttherapie. Aufbau eines eigenen Unternehmens im Bereich Wasser und Umwelt. Planung und Umsetzung naturnaher Wasseraufbereitungssysteme sowie ästhetischer Wasserlandschaften mit Flowform-Wasserskulpturen. Neuere Arbeiten zur holistischen Wissenschaft sowie Studien zur Geometrie von Wegkurven in der Natur. Leitung erfahrungsorientierter Workshops in Grossbritannien und international. Gemeinsam mit seiner Frau und einer erweiterten Hausgemeinschaft betreibt er ein altes Mühlengelände mit grossem Garten, Fluss und Turbinen.
Hinweise von Theodor Schwenk, die vor über 70 Jahren formuliert wurden, legen nahe, dass unsere Fähigkeiten – insbesondere das Denken – durch die Beschäftigung mit Strömungen verändert werden können. Wir werden Experimente live durchführen, Videos und Bilder betrachten und auf berichtete Erfahrungen anderer zurückgreifen. Dabei können archetypische Gesten sichtbar werden und ihre Beziehung zu beweglichen Begriffen in der projektiven Geometrie erkennbar werden. Vermag all dies unser Verständnis des Lebendigen zu vertiefen? Inwiefern dies mit der Empfindlichkeit des Wassers zusammenhängt, könnte praktische Hinweise für den Umgang mit Wasser geben.

Selbständig tätige Biologin und Landschaftsarchitektin, insbesondere für Höfe und therapeutische Einrichtungen. Von 2000 bis 2017 verantwortlich für den Gartenpark der Klinik Havelhöhe in Berlin. Seit 2001 Vorstandsmitglied der Europäischen Akademie für Landschaftskultur Petrarca. Seminar- und Vortragstätigkeit im Bereich der goetheanistisch-anthroposophischen Landschaftswahr- nehmung und -erkenntnis. www.landschaftsgarten.net, www.petrarca.info
Das Erleben der Schönheit einer Landschaft kann uns tief berühren im Empfinden des Einklangs mit dem Einzigartigen dieses Ortes. Doch dieser spontane Eindruck eines lebendigen Ganzen verflüchtigt sich meist, indem die Einzelheiten genauer bestimmt werden. Ist es möglich, der sinnlichen Erscheinung so zu begegnen, dass sich sinnliche Wahrnehmung und innere, seelische Erfahrung im denkenden Erleben verbinden und durchdringen?

Apothekerin und Landwirtin. Seit 2023 Co-Leiterin der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum. Individuelle Begleitung von Studierenden der goetheanistischen Botanik. Verschiedene Forschungs- projekte in goetheanistischer Pflanzenerkenntnis für Pharmazie und Medizin. Seit 2013 Produktionsfirma für Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika, Gründung und Leitung des Vereins für naturwissenschaftliche Weiterbildung «Sapientia» und der Sektion für anthroposophische Pharmazie und Medizin in Slowenien. 2019 Übernahme des ökologischen Familienbauernhofes und Demeter-Zertifizierung.
Jedes Lebewesen entwickelt sich grundsätzlich in zwei entgegengesetzten Prozessen: im Werden und im Vergehen. Für jede Pflanzenart begegnen sich zwei Strömungen, der Vital- und der Astralstrom, mit einer bestimmten Intensität zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahreslauf, spezifisch. Dieses Ineinanderwirken äussert sich in der Bildung ihres spezifischen Zeitleibes und greift bis in die Physis und den Chemismus hinein. Der Forscher ist im Erkenntnisprozess unmittelbar mit seinen Sinnen, seiner ätherischen und seiner seelischen Organisation beteiligt.

Studium der Biologie, Geografie und Philosophie. Promotion zur Chronobiologie der Mistel. Seit 2018 lebt er in Schottland und ist dort als Kursleiter, Reisebegleiter, Forscher und Autor tätig. Arbeit in Forschung und Lehre sowie regelmässige Veröffentlichungen zu Fragen der Wahrnehmung, des goethischen Naturzugangs und der anthroposophischen Erkenntnispraxis.
Die menschliche Organisation ist nicht nur Medium der Wahrnehmung, sondern selbst ein Organ der Erkenntnis. In Anlehnung an Goethe, Rudolf Steiner und Maurice Merleau-Ponty entfaltet der Vortrag die Polarität von Wahrnehmen und Denken. Die Trennung von Subjekt und Objekt entsteht erst im Denken; die Wahrnehmung erschliesst die Welt zunächst als ungeschiedene Einheit.
Das Gespräch wird in Deutsch (DE) gehalten und in English (EN) übersetzt.
Die Abende werden in Deutsch (DE) angeboten und von den Leitenden simultan auch ins Englische (EN) übersetzt.
Donnerstagabend, 8. Oktober 2026:
Sinne erforschen auf der Roten Achse
(mehr Informationen zur "Roten Achse" finden Sie hier)
Freitagabend, 9. Oktober 2026:
Blindversuch für Risikofreudige
mit Hansjörg Palm
Unsere vielfältigen Sinnes-Instrumente sind uns so vertraut, dass wir sie oft garnicht mehr bemerken und schätzen. Wie präzise und verlässlich Sinnes-Wahr-Nehmungen sind und wie man darauf reflektieren kann, werden wir praktisch erforschen: Zum einen an Stationen eines Sinnesparcours, zum anderen mit einer Sinnesübung im freien Feld unter "erschwerten" Bedingungen - risikofreudige TeilnehmerInnen erwünscht.
Samstagabend, 10. Oktober 2026:
Der menschliche Leib als Instrument in der Eurythmie
mit Silke Sponheuer & Carolin Schürer
Die Arbeitsgruppen werden in der Sprache des Titels durchgeführt – ohne Übersetzung.
Die Arbeitsgruppen dienen der Vertiefung einzelner Themen und Fragen in kleineren Gruppen.
The living experience of the transformation of substances: path from sense to own images of the invisible
In this workshop it will be shown how the experiences with phenomena in the chemistry laboratory awake feelings and intuitions, which, together with the development of imaginative thinking and the construction of concepts, allow students to have a complete scientific preparation. With examples chosen from my experience in school, I will invite you to follow the path that goes from senses to thoughts and to your own images of the invisible.
with Mireia Garcia Viloca
Born in 1972 in Barcelona (Spain). Studies in Chemical Sciences and PhD at the Autonomous University of Barcelona (UAB). Since 2007 Professor at the Autonomous University of Barcelona. Research focus: activation mechanisms of inflammatory resolution processes through membrane protein receptors. Since the 2016/17 academic year involved in the development of the science curriculum at the Waldorf-Steiner School in Bellaterra, teaching chemistry and biology in grades 8–12 and coordinating the science subjects.
Lesen der Steigbildsprache in drei Schritten: Phänomene – Gestik – Harmonie
Die Evolution von bio-chemischen Prozessen von Pflanzensäften im zeitlich gestaffelten Zusammenspiel mit verdünnten, wässrigen Silber- und Eisenlösungen hinterlassen Substanzspuren in und auf Steigbildpapier. Die Auswertenden sind aufgefordert, naturwissenschaftlich exakt, künstlerisch gestaltend und philosophisch erkennend vorzugehen, um die «Aussagen» der Pflanzen mit Augen zu sehen, in sich selbst aufzubauen und zu spiegeln.
mit Beatrix Waldburger
Beatrix Waldburger, Dipl. Ing. chem. HTL, Forschungsschwerpunkte: Steigbildmethode und rhythmisches Verfahren zur Herstellung von Urtinkturen nach WALA, seit 2022 in Rente.
Die goetheanistische Naturbetrachtung als Übungsweg zur Ausbildung einer «anschauenden Urteilskraft»
In der «anschauenden Urteilskraft» wird das Denken sehend (anschauendes Denken) und die Sinnesanschauung vernünftig (denkendes Anschauen). Anhand von Übungen an der Pflanzenwelt werden wir konkret und gezielt an der Entwicklung dieses modernen Auffassungsorgans arbeiten. Dabei werden wir einen Weg finden, wie sich dieses Organ im geschulten inneren Umgang mit den Elementen und Ätherarten in uns ausbilden lässt.
mit Jan Albert Rispens
Jahrgang 1960. Biologe. Tätig in der goetheanistischen Forschung und Lehre. Autor verschiedener Bücher zum Thema «Mensch, Mistel und Wirtsbaum».
Von der Wahrnehmung zum Wesen der Bienen
Ein Bienenstock ist eine unerschöpfliche Quelle von Beobachtungen für alle 12 Sinne. Die Wahrnehmungen rufen seelische Erlebnisse hervor, Staunen, Freude, manchmal auch Furcht und Sorge. Im Besinnen der Beobachtungen und Seelenerlebnisse werden wir vor die Frage gestellt, wie wir den Organismus Bienenvolk in seinem Wesen verstehen können. Und schliesslich werden wir uns mit einer kurzen Textstelle von R.M Rilke beschäftigen, die mit den Worten endet: «Wir sind die Bienen des Unsichtbaren».
mit Johannes Wirz
Geboren 1955 in Thun. Promotion in molekularer Genetik (1987), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Natur-wissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, zuletzt Co-Leiter zusammen mit Matthias Rang. Forschungsschwerpunkte: Gesundheit der Honigbienen und Varroatoleranz.
In kurzen Präsentationen können Sie aus Ihrer aktuellen Forschung, neuen Bucherscheinung oder Projekt berichten. Im Anschluss an jeden Beitrag wird es Gelegenheit für ein kurzes Gespräch geben.
Anmeldung bis zum 20. September 2026 mit Titel und Kurzsabstract (max 500 Zeichen) an: science@goetheanum.ch
Die Themen der Beiträge können dabei aus allen Bereichen der Naturwissenschaft, der goetheanistischen Naturbetrachtung, der Bildekräfteforschung, der Erarbeitung von Forschungsmethoden, der Anwendung von Forschungsergebnissen und der Didaktik der Naturwissenschaften angemeldet werden.
20 Minuten Kurzvortrag (ca. 15 Minuten für die Präsentation und ca. 5 Minuten für die Diskussion).
Die Präsentationen können einsprachig in Englisch oder Deutsch (ohne Übersetzung) gehalten werden.
Bitte beachten Sie, dass Vortragende einer Projekt-/Forschungspräsentation ein reguläres Tagungsticket beziehen.
Der Ticketverkauf wird ab Mitte Juni 2026 freigeschaltet: https://tickets.goetheanum.ch/6HN/
Eine Liste der Forschungsbeiträge wird ab Ende August hier veröffentlicht und bis September 2026 laufend ergänzt.
