Philipp Bokatius, Gudrun Mende, Matthias Rang, Peter Stolz, Jenifer Wohlers
Im zweiten Projektjahr dieses auf fünf Jahre angelegten Forschungsprojektes, das vom Forschungsinstitut KWALIS in Kooperation mit der Naturwissenschaftlichen Sektion durchgeführt wird, lag der Schwerpunkt auf Messreihen mit der Methode der Fluoreszenz-Anregungs-Spektroskopie (FAS), die mit Proben von Praxispartnern erfolgreich realisiert werden konnten. Weitere thematisch passende Probenserien wurden ergänzt, und zusätzliche Messreihen, insbesondere zum Thema Reife von Früchten und Gemüse, wurden durchgeführt.
Grundlagen zum Qualitätskonzept am Beispiel der Reife
Das in der FAS gemessene Licht wird von der Probe als Folge eines Lichtstoffwechsels emittiert: die Probe nimmt Licht auf und emittiert Licht aufgrund innerer physiologischer Vorgänge. Dabei spielt auch die Eigenfarbe der Probe eine Rolle. Um das Phänomen der Reife in Relation zur Eigenfarbe der Proben zu studieren, wurden Reife-Reihen von Himbeeren und Trauben (helle und rote) erstellt. Die Reifereihe bei den Himbeeren zeigte eine zunehmende Gelbdominanz und Breitbandigkeit des emittierten Lichts bei Reife, sowie eine abnehmende Gelbdominanz bei Überreife und Verderb sehr deutlich – auch unabhängig von Farbvariationen der Beeren und in Übereinstimmung mit ähnlichen Erfahrungen. Daran zeigte sich, wie neben den physikalischen Farbeffekten die reifebezogenen Faktoren die Fluoreszenzeigenschaften der Proben prägen.
Pflanzen-Physiologie: Unter farbigem Licht gewachsen
Erstmalig haben wir auch ganze Pflanzen mit der FAS untersucht, die aus dem Projekt «Anthroposophische Metallfarblichttherapie: Grundlagenforschung zu den Qualitäten des Metallfarblichts» stammen. Die Messung von ganzen, lebenden Pflanzen, war eine Herausforderung, da sie einerseits in der Messkammer ziemlich beengt stehen und sich die Messbedingungen nur schwer standardisieren lassen.
Zur messtechnischen Absicherung wurde zusätzlich eine grössenstandardisierte Messung der Blätter mit Lochblech durchgeführt.
In zwei Messreihen zeigte sich, dass farbige Lichtbehandlung in der Wachstumsphase die Pflanzen nicht nur morphologisch, sondern auch in ihrem Lichtstoffwechsel beeinflusste. In der Messreihe zu den Metallfarblicht-Gläsern war dies insbesondere nach blauer Anregung deutlich zu sehen. Tendenziell war auch zu erkennen, ob die Pflanzen unter Metallfarblicht-Gläsern oder unter gleichfarbigen Polymerfolien gezogen wurden, doch sind hier weitere Untersuchungen notwendig.
Das Gelb-Blau-Verhältnis ist ein seit den Anfängen der FAS vor etwa drei Jahrzehnten bewährter Parameter zur Unterscheidung einer vegetativen oder regenerativen Prägung einer Probe. In ihm zeigte sich eine Tendenz, die auch an der Morphologie der Pflanzen beobachtet werden konnte: Die unter grünem Licht gewachsenen Pflanzen zeigten bei Bryophyllum Ähnlichkeiten mit denen, die unter farblosen Bedingungen angebaut wurden. Die unter blauem und unter rotem Farblicht gewachsenen Pflanzen zeigen demgegenüber stärker abweichende Werte. Das Gelb-Blau-Verhältnis kann damit auch zur Charakterisierung der kalten und warmen Lichtfarben in der Aufzucht beitragen. Hier steht der Einbezug anderer Pflanzenarten noch aus, weitere Untersuchungen sind nötig und folgen im kommenden Jahr nach erneutem Anbau.
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