Robert Wróblewski
In der vorliegenden Arbeit wurden Pigmentbildungsprozesse mit Indigoarten, Maya-Blau sowie pflanzlichen Färbe- und Giftstoffen experimentell untersucht. Ein Schwerpunkt lag auf der Verwendung von Indigoküpen (Natriumdithionit- und Fruktoseküpen) sowie auf Reoxidationsprozessen, um Veränderungen von Farbton, Pigmentqualität und Materialeigenschaften zu analysieren.
Für die Untersuchungen wurden vier Indigoarten aus unterschiedlichen Herkunftsregionen verwendet (Indigofera tinctoria, Indigofera suffruticosa, Persicaria tinctoria, Isatis tinctoria). Nach der Reduktion in der Küpe wurde Indigo gezielt reoxidiert und als Pigment gefällt. Dabei zeigte sich, dass alle Indigoarten nach der Reoxidation einen Graustich aufweisen, wobei indischer und mexikanischer Indigo insgesamt bläulicher erscheinen. Isatis tinctoria zeigte im Vergleich die geringste Farbstärke. Die Reoxidation führte nicht nur zu Farbtonänderungen, sondern auch zu einer veränderten Pigmentqualität: Die Pigmente wurden feiner, lasierender und wirkten optisch leuchtender.
Parallel dazu wurde die Herstellung von Maya-Blau untersucht. Dabei wurde Indigo aus der Küpe mit Attapulgit kombiniert und unter kontrollierten Bedingungen getrocknet. Die aus der Küpe hergestellten Maya-Blau-Pigmente zeigten gegenüber dem klassischen trockenen Verfahren hellere, leicht grünlichere Blautöne und erforderten niedrigere Temperaturen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gezielten Zugabe verdünnter pflanzlicher Giftstoffe (u.a. Digitalis purpurea, Colchicum autumnale, Atropa belladonna) zu verschiedenen Zeitpunkten der Pigmentherstellung aus Reseda luteola und Rubia tinctorum: während der Extraktion, während der Fällung sowie nach der Fällung (Alterung). Die Giftpflanzenextrakte wurden seriell dezimal verdünnt (10-1–10-4) und ohne Verschüttelung eingesetzt. Untersucht wurde ihr Einfluss auf Farbton, Pigmentbildung und Sedimentationsverhalten.
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Art des Indigos als auch der Küpentyp im Reoxidationsprozess und bei der Herstellung von Maya-Blau die Farbeigenschaften und Materialqualitäten pflanzlicher Pigmente beeinflussen.
Mischungen von pflanzlichen Giften mit pflanzlichen Farbstoffen haben bisher keine wesentlichen Veränderungen gezeigt. Bei hoher Verdünnung (etwa 10-8) scheint sich eine leichte Veränderung der Lichtechtheit abzuzeichnen. Dies muss jedoch weiter überprüft werden.
Anstelle einer einfachen Verdünnung sollte zudem eine richtige Potenzierung erprobt werden.
Oder per Banküberweisung:
| CHF | EUR | |
| Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft Postfach, 4143 Dornach/Schweiz Raiffeisenbank Dornach, CH–4143 Dornach BIC: RAIFCH22 IBAN: CH54 8080 8001 1975 4658 2 ⇨ Zahlungszweck: KST 1118 | Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft Postfach, 4143 Dornach/Schweiz GLS Gemeinschaftsbank eG, DE-44708 Bochum BIC: GENODEM1GLS IBAN: DE53 4306 0967 0000 9881 00 ⇨ Zahlungszweck: KST 1118 |
