Internationale Konferenz:

Der mit den Polaritäten tanzt –
Der Mensch zwischen Natur und Technologie

Herbsttagung der Naturwissenschaftlichen
Sektion am Goetheanum
6. - 9. Oktober 2022


Liebe Freunde der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum!

Im 21. Jahrhundert ist das menschliche Leben von polaren Impulsen geprägt, die einerseits aus der Natur, andererseits von den technologischen Entwicklungen stammen, die unsere Zeit entscheidend mitbestimmen. Diese Konferenz will diese Impulse nicht als Polarität oder gar als Gegensatz von «gut» oder «böse» voraussetzen, sondern versucht, die konkreten Auswirkungen der beiden Pole auf die spirituelle Verfassung des Menschen zu beleuchten.

Durch sorgfältige Beobachtung der Auswirkungen unserer Interaktionen mit der digitalen Technologie und mit der Natur werden wir versuchen, die Formen und Gesten herauszuarbeiten, die beiden zugrunde liegen.

Als menschliche Wesen, die zwischen Himmel und Erde stehen, verkörpern wir viele Arten von Reaktionen auf die Polaritäten, innerhalb derer wir existieren. Ein rhythmischer Wechsel zwischen Ausdehnung und Kontraktion prägt unseren Herzschlag und unsere Atmung, Wachen und Schlafen, Geburt und Tod. Im Gegensatz dazu führt die moderne Digitaltechnik zur Automatisierung und damit zu einem automatisierten Denken.

Rudolf Steiner skizziert, dass der Mensch eine Geisterkenntnis entwickeln kann, in der er sich ebenso hoch in die übersinnliche Natur erhebt, wie er mit der technischen Betätigung in die untersinnliche Natur absinkt. Er entfaltet dadurch in seinem Inneren die Kraft, dieser Gefahr zu widerstehen.

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Über-Natur ist die goetheanistische Naturwissenschaft. Sie schafft gesunde und bewusste Beziehungen durch Schulung der Wahrnehmung und eines lebendigen Denkens, sowie ein Übungsfeld für die Reflexion der Verbindung von beiden im Erkennen. Wir laden Sie ein, sich mit diesem Thema und mit der entscheidenden Rolle, die der Mensch im bewussten Umgang mit Natur und Technik spielen kann, auseinanderzusetzen.

Format

  • Wie bei früheren Herbsttagungen wird es wieder Kurzpräsentationen geben, die bis zum 15. September 2022  hier unter Angabe von Titel und Zusammenfassung angemeldet werden können. Zeitraum: 15 Min. mit anschliessender kurzer Diskussion (ca. 5 Min).
    Die Projekte können zusätzlich oder alternativ als Poster ausgestellt werden.
  • Die Konferenz wird zweisprachig in deutsch und englisch durchgeführt.
  • Das detaillierte Programm und die Preise werden demnächst hier veröffentlicht.
  • Falls eine Teilnahme aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, dürfen Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen: sciencenoSpam@goetheanum.ch

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Johannes Kühl, Matthias Rang, Ruth Richter, Johannes Wirz & Mara Born
zusammen mit den Freunden des Sektionskollegiums und der Jugendsektion am Goetheanum


(Änderungen vorbehalten)
 

Vortragsredner

Uwe Buermann

Pädagogisch-therapeutischer Medienberater an der FWS Mittelrhein, verheiratet und Vater dreier Kinder. Begründer und Leiter des Ausbildungsganges zum «Pädagogisch-therapeutischen Medienberater» am Lehrerseminar Berlin. Gastdozent an verschiedenen Lehrerseminaren. Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei IPSUM (Institut für Pädagogik, Sinnes- und Medienökologie). Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, zuletzt erschienen «Aufrecht durch die Medien».

Die ausserweltlichen Grundlagen der Digitaltechnik und die Auswirkungen auf Kindheit & Jugend

-> Zusammenfassung folgt

Vesna Forštnerič Lesjak

Pharmazeutin und Landwirtin. Individuelle Begleitung von Studierenden der goetheanistischen Botanik. Verschiedene Forschungsprojekte in goetheanistischer Pflanzenerkenntnis für Pharmazie und Medizin. Seit 2013 Produktionsfirma für Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika, Gründung und Leitung des Vereins für naturwissenschaftliche Weiterbildung «Sapientia» und der Sektion für anthroposophische Pharmazie und Medizin in Slowenien. 2019 Übernahme des ökologischen Familienbauernhofes und Demeter-Zertifizierung.

Die goetheanistische Erkenntnismethode schlägt Brücken von der Pflanze zum Menschen und ermöglicht seine Heilung

In dieser scheinbar dualistischen Welt kann man sich mit liebevoller Zuwendung zur Natur und gedanklicher Arbeit an den Phänomenen wieder in die Welt eingliedern. Dies kann als heilendes Prinzip in verschiedenen Sphären des Lebens aufgefunden werden. Hier wird am Beispiel des Alpenveilchens (Cyclamen) ein konkreter Weg von der Pflanze zum Menschen und seiner Heilung bei bestimmten Krankheitstendenzen dargestellt. Die Pflanze lebt in der physischen Welt in Polaritäten, wie Schwere und Leichte, Finsternis und Licht, Erde und Kosmos, Wärme und Kälte, mit welchen auch der Mensch in seinem inneren Leben fortwährend konfrontiert ist. Erst das Erkennen spezifischer Pflanzenprozesse im Menschen selbst ermöglicht es, die Natur so umgestalten, dass ein neues Heilmittel entstehen kann. So werden «das Ich und die Welt» wieder zur Einheit.

Andrew Linnell

Mitbegründer von MysTech, einer anthroposophischen Organisation, die versucht, Rudolf Steiners Hinweise zum mechanischen Okkultismus zu verwirklichen. Bis 2013 arbeitete er in der Computerindustrie, wo er als Solutions Architect, CTO und VP tätig war. Er ist seit langem mit der Anthroposophie verbunden, war Leiter des Zweigs der Anthroposophischen Gesellschaft in Boston und arbeitet im «Steering Committee» der Naturwissenschaftlichen Sektion in Nordamerika. Seine Tage sind ausgefüllt mit Gartenarbeit und aktivem Engagement in MysTech, der Naturwissenschaftlichen Sektion, und in mehreren anthroposophischen Facebook-Gruppen. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern und Autor von neun Büchern

Gegengewichte zu unserem technologischen Zeitalter

Viele Menschen befürchten heute, dass unsere Gesellschaft in den Abgrund gleitet. Sind daran Technologien schuld? Stehen wir vor dem Ende der irdischen Evolution der Menschheit? Ist Transhumanismus die Antwort? Sind wir bereits Ahriman erlegen? – Wir können Rudolf Steiners düsteres Bild der Zukunft verstehen, wenn wir im Bewusstsein haben, welche Rolle die Technik in der Evolution spielt. Steiner nannte sie «die schreckliche Wahrheit, die erkannt werden muss». In diesem Vortrag werden wir Gegengewichte erforschen, die es uns ermöglichen, in dieser Situation zu bestehen. Insbesondere werden wir uns mit dem «verfeinerten Atmen» beschäftigen.

Hansjörg Palm

Freischaffender Bildhauer mit Basiscamp in Freiburg / DE. Kunststudium in Bonn und London. Naturwissenschaftliches Studienjahr bei J. Bockemühl und G. Maier. Umgestaltung der Vorplätze des Goetheanums mit M. Schubert in Kooperation mit der Naturwissenschaftlichen Sektion. Heute Schwerpunkt auf Planung und Realisierung von SinnesParks.

Aus Polaritäten gestalten. Beispiele aus der Goetheanum-Landschaft und -Architektur

Am Beispiel der Pflanze lässt sich das Gestalten aus Polaritäten am reinsten demonstrieren. Den Komplex von Bildungsgesetzen aus dem heraus sie ihre Tanzschritte und Verwandlungsfiguren hervorbringt aufzuzeigen und zugleich in sich selbst zu entdecken, war Goethe ein Anliegen und bahnbrechend für die organische Naturwissenschaft. Das Gelände auf dem diese Konferenz stattfindet wurde nach ihm benannt und liefert immer noch einzigartige Beispiele für das künstlerische Gestalten aus Polaritäten auf dem Gebiet der Landschaftsgestaltung sowie der Technik und Architektur.

Matthias Rang

Physiker, Forschungsaufenthalt im Bereich der Nahfeldspektroskopie an der University of Washington in Seattle (USA). 2015 Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal über phänomenologische Zugänge zu komplementären Spektren. Seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 2019 Co-Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum.

Ruth Richter

Landwirtschaftsschule und Gärtnerlehre in der Schweiz. Konzept und Führung eines biologisch-dynamischen Bergbauernbetriebes im Kollektiv. Goetheanistisch impulsierte Pflanzenmorphologie: Ausbildung und Forschungsprojekte bei Jochen Bockemühl u.a., Dornach. Forschungsprojekt an transgenen Pflanzen mit Johannes Wirz u.a.. Studium Wissenschaftstheorie und -geschichte, Philosophie an den Universitäten Bern und Basel. Seit 2015 verantwortliche Redakteurin der "Elemente der Naturwissenschaft"

«Ich kann, – betracht’ ich dich – nur – klagen, weinen.» – Wege aus der Polarisierung

Abschlussvortrag
Matthias Rang & Ruth Richter

Der zitierte Satz aus dem dritten Mysteriendrama Rudolf Steiners kann als literarische Form der Kritik am vernünftigen Menschen gelesen werden, die der Philosoph Heinrich Barth 1957 in einem Vortrag an der ETH Zürich geäussert hat. Er beschreibt das Spannungsfeld zwischen der zur festen Gegebenheit versteinerten Vernunft, wie sie uns in der technikgeprägten Existenz entgegentritt, und einer lebendigen Vernunft, die uns als unverfügbare Gabe zum Menschen macht – zu einem Wesen, das fähig ist, in seinem Dasein Sinn zu finden und in sinngebendem Tun wieder auszustrahlen. Im dritten  Mysteriendrama Steiners kennzeichnet das Titelzitat von Strader eine Wende: konnte Strader bereits davor Ahriman in seinem Reich begegnen, so gewinnt er nun – in diesem Reich stehend – eine seelische Empfindung, die ihn aus Ahrimans Einflussnahme befreit. Dies kann ein Keim zur Entwicklung der Übernatur werden, zu der Fähigkeit, im Umgang mit Technik und Unternatur nicht hinabgezogen zu werden. Wir verfolgen Straders Weg aus der eigenen Polarisierung und verbinden ihn mit den heutigen Herausforderungen der Menschheit.

Tom Saat

1976–1982 Studium von Bodenkunde in Wageningen und Philosophie in Amsterdam. 1982 /1990 Dozent/Forscher Biologische Landwirtschaft Wageningen. Ab 1990: Praktischer Landwirt. 1995: Gründung Demeter Hof De Stadsboerderij in Almere: Mischbetrieb mit Rinderhaltung, Ackerbau und Gemüsebau von 230 Hektar.

Ohne Technik keine Produktion, ohne Geist keine Landbaukultur: Unternatur zur Gestaltung der Übernatur nutzen

Die gesellschaftliche Entwicklung hat in den letzten 100 Jahren dazu geführt, dass in Europa der Anteil der Arbeitskräfte im Agrarbereich von ca. 50% auf 4 % der Gesamtbevölkerung zurückgegangen ist.  Menschliche Arbeit ist durch Technik ersetzt worden. Technik kann dazu führen, dass die landwirtschaftliche Praxis mechanisch betont und seelisch ärmer wird. Technik kann aber auch so eingesetzt werden, dass Routinearbeit übernommen wird und dass dabei ein Freiraum für das Wesentliche in der landwirtschaftlichen Praxis entsteht: den Umgang mit der lebendigen Natur. Mit Beispielen aus der eigenen Hofarbeit wird gezeigt, wie das konkret aussieht und wie Unter- und Übernatur beide unverzichtbar sind in einer gesunden Agrarkultur.

Martin von Mackensen

Maschinenschlosser, Werkzeugmechaniker, Mit- arbeiter bei den Projekten 7000 Eichen für Kassel, Dokumenta 7, 1981–1985 Joseph Beuys, Landwirt, Mitunternehmer in einem Pionierbetrieb, Übersiedlung zum Dottenfelderhof, 1990 Studienjahr am Goetheanum. Seitdem praktischer Landwirt am Dottenfelderhof. Seit 2002 zunehmend verantwortlich für die Ausbildung und die Fachschule «Landbauschule Dottenfelderhof» (Vollzeitkurs Biodynamik), und deren Schulleiter seit der staatlichen Anerkennung 2009. Lehrbeauftragter Uni Geisenheim / Grundlagen des biologisch-dynamischen Landbaus.

Ein Organismus pflegen – Dimensionen der landwirtschaftlichen Arbeit

In dem Beitrag soll aus konkreten Beispielen heraus das Wesen der landwirtschaftlichen Arbeit in Bezug auf die innere Gesinnung ergründet werden. Es werden dabei Schlüsselfähigkeiten eines zukünftigen Arbeitens mit der Kultur-Natur aufleuchten. Die dafür nötige Blickweise wird herausgearbeitet.

Arbeitsgruppen

AG 1
Bildekräfte oder Gentechnik: Welche Zukunft für die Pflanzenzüchtung?

(nur auf DE)

Grundlagen der klassischen Züchtung und biodynamischer Züchtungsmethoden werden vorgestellt und diskutiert.  Genforschung, Gentechnik und CRISPR-Cas werden an Anwendungsbeispielen bei Pflanzen erörtert. Über Geruch und Geschmack versuchen wir Qualitäten von Produkten aus gentechnisch veränderten Pflanzen und aus mit Beeinflussung der Bildekräfte selektierten Linien zu erfahren und diskutieren Herangehensweisen und wissenschaftliche Hintergründe.

Michel Haring

Christina Henatsch

AG 2
A Goethean Study of Nitrogen – Morality matters

(nur auf EN)

We will observe the behaviour of nitrogen compounds, some of them naturally occurring and others created by human chemists. Out of the several experiments done over two days, we will uncover the intrinsic nature of the element that makes possible wind and movement, feelings and thoughts, green leaves and red blood. Through the biography of Fritz Haber, we will consider the question of the moral and immoral uses of nitrogen chemistry. Come prepared to do some chemistry, to discuss the similarities and difference between nitrogen’s naturally occurring compounds and its human-created ones and to express Nitrogen’s essence in a drawing, a poem, a movement sequence or a song.

Maria E. Morales

Scientific training in genetics and forest ecology from U.C. Berkeley. Training at Rudolf Steiner College, MA in Waldorf education. Teaching at the Waldorf School of San Diego. Personal research into forms found across the plant and animal kingdoms with a special interest in Crinoids. 

Judith Erb

Born and raised in a North Dakota farm family. B.S. in chemistry from the University of California, Berkeley, M.S in biochemistry from Cal Tech. Work on hormonal desynchronization in schizophrenia at the research faculty at Wayne State University and Lafayette Clinic in Detroit, Michigan. Class teacher at the Rudolf Steiner School in Ann Arbor Michigan as well as its high school's founding teacher of biology and chemistry. Together with her husband, she founded Threefold Sensors and became its CEO. She is working with Arie Van Ameringen to translate into English Otto Wolff’s book entitled “Fundamentals of Biochemistry as Extended by Spiritual Science”. School for Spiritual Science since 1995, member of the Steering Committee of its Natural Science Section for North America.

AG 3
Heilmittel-Entwicklung in der Pharmaindustrie und in der Naturmedizin und die besondere Art des menschlichen Denkens und Vorgehens

(nur auf DE)

In diesem Workshop wollen wir auf einerseits darstellen, wie Heilmittel durch technisch-digitalisierte Prozesse, welche der Mensch in der konventionellen Pharmaindustrie benutzt, entwickelt werden und andererseits, wie man Heilmittel mit eigener Betrachtung der Naturprozesse entwickeln kann, sodass man aus dem vertieften Verständnis dieser Prozesse den natürlichen Substanzen eine bestimmte Richtung gibt. Auf beiden Wegen benützt man sein Denken auf bestimmte Art. Wir werden uns – anhand einiger Beispiele und konkreter Erfahrungen im Workshop – darüber austauschen, wie diese besondere Art des Denkens und des daraus entstandenen Handelns sich in den Menschen selber spiegelt und auf sie zurückwirkt.

Vesna Forštnerič Lesjak

Pharmazeutin und Landwirtin; Individuelle Begleitung von Studierenden der goetheanistischen Botanik; verschiedene Forschungsprojekte in goetheanistischer Pflanzenerkenntnis für Pharmazie und Medizin. Seit 2013 Produktionsfirma für Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika, Gründung und Leitung des Vereins für naturwissenschaftliche Weiterbildung «Sapientia» und der Sektion für anthroposophische Pharmazie und Medizin in Slowenien; 2019 Übernahme des ökologischen Familienbauernhofes und Demeter-Zertifizierung.

Carsten Gründemann

Diplom in Biologie an der Universität Tübingen (D), Promotion in experimenteller Immunologie. Aufbau einer unabhängigen präklinische Forschungsgruppe am Uni-Zentrum Naturheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg auf und habilitierte sich an der dortigen Medizinischen Fakultät für Experimentelle Medizin. Seit 2016 Erforschung der Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin und der Phytotherapie mit modernen wissenschaftlichen Methoden. Seit 2020 Professor für Translationale Komplementärmedizin an der Universität Basel.

AG 4
Wie Technik aus Zusammenhängen isoliert. Können wir durch Technik wirken und gleichzeitig die Zusammenhänge sehen und erleben?

(nur auf DE)

-> Zusammenfassung folgt

Matthias Rang

Physiker, Forschungsaufenthalt im Bereich der Nahfeldspektroskopie an der University of Washington in Seattle (USA). 2015 Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal über phänomenologische Zugänge zu komplementären Spektren. Seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 2019 Co-Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum.

Kees Veenman

Studierte experimentelle Physik in Utrecht (1973–1979). Physiklehrer an der Waldorfschule in Haarlem ab 1982. Aktiv in Farbenforschung ab 1985. Von 1996–2000 Koordinator der Naturwissenschaftlichen Sektionsgruppe in Holland und Mitglied des Internationalen Kollegiums der Naturwissenschaftlichen Sektion in Dornach.

AG 5
Towards a Spiritually Empowered Relationship with Technology

(nur auf EN)

To be in the world today means that we find ourselves conditioned and embedded in a deeply complex techno-sphere that constantly interacts, shapes and reflects societal processes, our relationship with the natural world and ultimately the formation of modern consciousness, whose further exponential development will be the determining factor of our civilizational future. We are compelled to ask if our relationship with the technologies that surround us enable us to live more purposefully and in greater connection with the fullness of reality or if the techno-sphere around us increasingly detaches us from it. This workshop will be an exploration, through a series of phenomenological exercises, into how our digital experiences and interaction with various emerging technologies (such as AI) take root in the subtle aspects of our consciousness and become either obstacles or opportunities in the discovery and unfolding of the deeper nature of our cognition. The objective will be to recognize the significance of developing an active life of sense-free thinking with the guidance of Aristotle's Categories, as well as the practice of Goethean phenomenology.

Elias Romualdez

AG 6
Rhythm and Repetition: A Phenomenological Exploration with Water

(nur auf EN)

Rhythm is inherent in the natural world, possibly in every organism, arising in the play between polarities both in time and in space: we speak of the pulse of life. Repetition is inherent in our technological creations: it has been designed into them to give us reliable function and quality. These aspects live in us more or less consciously when we engage in the world. Every phenomenon in Nature tells a story with its emerging, manifesting and dying away. Rhythm arises in a variety of fascinating ways in the medium of flowing water. Following Goethe’s approach and using hands-on flow experiments, we can allow water to educate us into the nature of rhythm - it is part of the formative nature of water and can illuminate the way this works in life. We will use the same approach to engage with repetitive phenomena for contrast. Such Goethean phenomenology not only allows us to see meaning in a holistic way but can also transform us as observers.   

Simon Charter

Farming in Camphill, disciplined artistic training. Establishing a business with Flowforms and Rhythmic water sculptures originating in the work of John Wilkes. Teaches clay modelling and gives presentations revealing water phenomena. Master in education, with focus on the Flowform idea and projective geometry. Developing new Flowform designs and applications in the UK. Joint chair of the International Flowform Association, co-ordinator of the Natural Science Section of the Anthroposophical Society in Great Britain.

Jennifer Greene

Kunst 1

Abendprogramm: In Erlebnisse eintauchen

Andrea de la Cruz, Jacinta Gorchs & Darius Matthies

Die Schwelle zwischen Natur und Technik und unser Verhältnis zu ihr ausloten. In Zusammenarbeit mit jungen lokalen Künstlern lädt die Jugendsektion am Goetheanum die Teilnehmer ein, sich an zwei Abenden der Konferenz mutig auf eine virtuelle Reise einzulassen. Gemeinsam werden wir versuchen, unsere Sinne zu wecken, zu schärfen und zu verfeinern, um Natur und Technik und ihre Wirkungen auf die menschliche Seele zu erkunden. Wir wollen eine Gelegenheit bieten, die Beziehung zwischen diesen beiden Welten und ihr Verhältnis zum Mensch-Sein zu erforschen. Die Erlebniswelt wird von Darius Matthies, Elias Romualdez, Jacinta Gorchs, Andrea de la Cruz und Freunden mitgestaltet, die Theater, Musik, Installation, Sprachkunst und Eurythmie in einen Dialog bringen, um die verschiedenen Erfahrungen bewusst zu machen.

Andrea de la Cruz

Geboren in Madrid. Waldorfschule und zwei Kunstabschlüsse von britischen Universitäten, Zertifikat in Waldorfpädagogik. Seit 2011 Projektkoordinatorin, Forscherin und Moderatorin in jugendorientierten Projekten. Entwicklung informeller Lernprogramme für arbeitslose und gefährdete Jugendliche. Mitarbeiterin der Jugendsektion seit 2017.

Jacinta Gorchs

Geboren in Buenos Aires. Waldorfschule San Miguel Arcángel. 2018 Europareise, u.a. ans Goetheanum. 2019 Studium Soziale Arbeit an der UBA (Universität von Buenos Aires). 2020–2021 Anthroposophisches Studienjahr in Dornach, seit Oktober 2021 Studentin an der Malschule Wagner. Mitarbeiterin der Jugendsektion seit Februar 2022.

Darius Matthies

Studienjahr, Youth Initiative Program, Järna, Schweden. Ausbildung  zum Geschich- tenerzähler, Emerson College, England. Weiter- bildung. Grundlagen der Traumaarbeit, transparente Kommunikation und Medi- tation, Akademie der inne- ren Wissenschaft, Olden- burg. Kundalini-Yoga – Lehrer Ausbildung, Stufe 1, Witten. Ausbildung  Sprach- gestaltung Am Wort, Dornach und freie Hoch- schule Stuttgart (laufend). Weiterbildung in Somatic Experiencing, UTA, Köln (laufend).

Kunst 2

Bilderausstellung

Florianne Koechlin

Es ist geplant, während der Tagung in den Räumlichkeiten der Rudolf Steiner Halde ausgewählte Bilder von Florianne Koechlin auszustellen. In ihren Bildern verbindet die Künstlerin Wissenschaft und Kunst und stellt (u.a.) die Kommunikation der Pflanzen auf ihre ganz eigene Weise dar.

Florianne Koechlin

Biologin, Chemikerin und Autorin. Sie schloss mit dem Chemiediplom des Middlebury College, Vermont, und dem Oberlehrerdiplom für Biologie und Chemie der Universität Basel ab. Von 1979 bis Ende April 1984 vertrat sie die POCH im Landrat des Kantons Basel-Landschaft.ie und wurde bekannt als Gentechnikkritikerin und Verfasserin verschiedener Bücher und zahlreicher Artikel. Sie befasst sich mit neuen Erkenntnissen zu Pflanzen und anderen Lebewesen (insbesondere Pflanzenkommunikation und Beziehungsnetze) und mit zukunftsfähigen Konzepten in der Landwirtschaft. Ausserdem ist sie Geschäftsführerin des Blauen-Instituts und in der Malerei tätig. Mal-Ausbildung an der Visual Art School Basel.

Impressionen 1

Impressionen 2

Impressionen 3

Impressionen 4

Impressionen 5

Impressionen 6

Impressionen 7

Impressionen 8

«Und es gab auch noch andere Gespräche. Da wo die Grashalme so nahe beieinander wachsen, hielt ich das Ohr dicht an die Erde. Die Stimmen kamen aus der Erde hoch. Und die Dinge, die sie sagten, das waren Dinge, die mit der Freude über das Wachsen zu tun hatten. Und auch Musik war da. Und in der Musik war Himmelsblinzeln und Erdgebimmel. Das kam aus lauter Freude am Leben. Ich denk mir, all die Gräser, die die dort wachsen, waren von den Armspitzen bis hinunter in in die Wurzeln im Erdboden von freudigen Gefühlen erfüllt.»

(aus «Die wundersame Welt der Opal Whiteley. Tagebuch eines sehenden Herzens», Pforte Verlag)

Projektpräsentationen

In kurzen Präsentationen können Sie aus Ihrer aktuellen Forschung, neuen Bucherscheinung oder Projekt berichten. Im Anschluss an jeden Beitrag wird es Gelegenheit für ein kurzes Gespräch geben.

Die Projekte können zusätzlich oder alternativ als Poster ausgestellt werden. Wir bitten um Titel und eine kurze Zusammenfassung bis 31. August 2022.

Themen:

Die Themen der Beiträge können dabei aus allen Bereichen der Naturwissenschaft, der goetheanistischen Naturbetrachtung, der Bildekräfteforschung, der Erarbeitung von Forschungsmethoden, der Anwendung von Forschungsergebnissen  und der Didaktik der Naturwissenschaften angemeldet werden. 

Format:

15 Minuten Kurzvortrag und anschliessend kurzes Gespräch von drei bis fünf Minuten.
Die Präsentationen können einsprachig in Englisch oder Deutsch (ohne Übersetzung) gehalten werden.

Anmeldung Projektpräsentationen

Ihre Personalien
Anmeldeschluss für Projektpräsentationen ist der 15. September 2022.
Die Zusammenfassungen der angemeldeten Beiträge werden ab September laufend hier publiziert.